* Der Begriff „Fachanwalt“ steht für eine besondere Qualifikation eines Rechtsanwaltes.

Angesichts der Komplexität der unterschiedlichen Rechtsgebiete und der sich in diesen Gebieten entwickelnden Spezialrechtssprechung hat die Anwaltschaft mit der Einführung eines Qualitätsmanagement reagiert und für diese Rechtsgebiete Fachanwaltschaften geschaffen.

Demnach darf sich Fachanwalt nur derjenige nennen, der einen mehrwöchigen Lehrgang besucht, in dem alle Bereiche des jeweiligen Rechtsgebietes eingehend unterrichtet werden und der mit mehrstündigen Klausuren unter Examsbedingungen abgeschlossen wird.

Die Anwaltschaft hat sich hier strengen Maßstäben unterworfen, die sich darin niederschlagen, dass bei mangelhaften Leistungen die Fachanwaltschaft nicht gestattet wird. Neben der theoretischen Ausbildung muss derjenige, der Fachanwalt werden will, zudem nachweisen, dass er in ausreichendem Maße Fälle aus dem speziellen Fachgebiet bearbeitet hat. Die Fallzahl die erforderlich ist, schwankt je nach Rechtsgebiet zwischen 50 und 120 Fällen, die die gesamte Bandbreite des Rechtsgebietes erfassen muss. Die Fallzahl muss zudem in den zurückliegenden 3 Jahren erreicht worden sein. Spezielle Ausschüsse der Rechtsanwaltskammer prüfen diese Fälle und empfehlen dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer entweder die Gestattung oder die Versagung des Rechts, eine Fachanwaltsbezeichnung führen zu dürfen. Schließlich ist Voraussetzung der Fachanwaltschaft, dass der betreffende Bewerber mindestens 3 Jahre ununterbrochen im Anwaltsberuf tätig sein muss.

Mit der Berechtigung des Führens der Bezeichnung „Fachanwalt“ verpflichtet sich der Rechtsanwalt zudem zu einer seitens der Rechtsanwaltskammer überprüften jährlichen Fortbildung, so dass gewährleistet sein soll, dass der betreffende Rechtsanwalt sich immer auf dem aktuellen Stand des Geschehens befindet.